Ich sitze am Strand und die Wellen beruhigen mich. Die Anreise war bis zur Ankunft in San Francisco hervorragend und ab dort eher durchwachsen. Aber eins nach dem anderen.
Am Freitag geht es pünktlich und stressfrei los zu Familie Do Dinh nach Karben. Dort erwartet uns Gastfreundschaft vom Allerfeinsten. Das Highlight – wie immer bei Do Dinhs – ist das leckere Essen. Zufälligerweise haben Do Dinhs auch gerade amerikanischen Familienbesuch. Wir sitzen noch etwas zusammen und lauschen lustigen Do Dinhschen Reiseabenteuern und dann gehts ab ins Bett. Die Arbeit am Blog muss wieder einmal warten…
Danke Do Dinhs für euren lieben Empfang!



Am Samstag geht es nach einem letzten leckeren Frühstück mit gutem Brot (werde ich vermissen) los. Da mein Rucksack in einer Schutzhülle verpackt ist, soll er im Sperrgepäck transportiert werden. Komisch. Das Einchecken dauert ewig und ich muss mich ganz schön beeilen. Der Abschied von Cyril (werde ich auch sehr vermissen) muss kurz und schmerzlos ausfallen. Der Flug verläuft entspannt. Das Flugzeug ist nur zur Hälfte besetzt und ich habe eine Bankreihe für mich. Ganz schöne Verschwendung.




Zwei Filme, zwei Essensrunden und etwas Schlaf später komme ich in San Francisco an. Die Einreisekontrolle dauert ewig und es ist schon eine Stunde vergangen bis ich endlich dran bin. Zum Glück habe ich 5 Stunden Umstiegszeit… Leider bleibt es nicht bei der normalen Einreisekontrolle. Mein Pass verschwindet in die Hände eines Mitarbeiters, dem ich in einem Raum voller anderer Visumsmitstreiter folge. Auch hier dauert es nochmal 1,5 Stunden bis ich zum Interview antreten „darf“. Bis dahin beobachte ich das Schneckentempo in dem die Grenzkontrolleure sich bewegen. Wiiiiiiie iiiiiin Zeiiiiitluuuuuupe. Wie erwartet hat der „nette“ Grenzbeamte Schwierigkeiten, mir zu glauben, dass ich 6 Monate wandern und nicht illegal einwandern will. Nach zahlreichen Fragen bekomme ich schließlich unkommentiert meinen Pass mit Visum zugeschoben und kann einreisen.
Meinen Rucksack suche ich vergeblich. Aus Genervtheit wird Nervosität, die sich zur leichten Panik steigert. Ein Umherlaufen Flughafen auf der Suche nach meinem Rucksack beginnt. Vergebens. Er ist nicht zu finden. Auch keine Information darüber, wo er sein könnte. Mir bleibt nichts anderes übrig, als in meinen Anschlussflieger zu steigen und zu hoffen, dass er es zum Anschlussflug geschafft hat. Es ist wohl die Standard-Prozedur, dass übrig gebliebenes Gepäck zum Anschlussflug gebracht wird. Bin gespannt.


Kurze 2 Stunden später stehe ich in San Diego und beobachte mit klopfenden Herzen das Gepäckkarussell. Irgendwann stehe ich alleine da und es hört auf sich zu drehen. Mein Rucksack ist also nicht hier. Alles was ich tun kann, ist eine Suchmeldung aufgeben. Mittlerweile ist es Mitternacht und ich bin seit 20 Stunden unterwegs, müde und deprimiert. Ich nehme ein Uber zu meinem Hostel. Dort falle ich nach einer Dusche einfach nur ins Bett und hoffe, dass mein Rucksack bald auftaucht.
Am nächsten Tag besorge ich mir eine Simkarte, was beim zweiten Versuche und 45 verschwendeten Dollar klappt. Danach fahre ich zum Flughafen. Keine neuen Informationen über meinen Rucksack. Ich kaufe ein paar Notkleidungsstücke und etwas zum Essen und fahre in mein zweites Hostel in Mission Beach. Meine Gedanken drehen sich darum, was passiert, wenn der Rucksack nicht auftaucht. Einige Monate habe ich mit der Recherche meiner Ausrüstungsstücke zugebracht und viel Geld investiert. Die Ausrüstung in wenigen Tagen zu ersetzen wird schwierig. Finanziell ist es auf jeden Fall nicht drin. Ultraleichte Ausrüstung ist teuer. Geld leihen kann ich mir aber bestimmt. Lieber nicht dran denken und hoffen.
Am Strand ist es schön. Der Sonnenuntergang ist traumhaft und es gibt viel Interessantes zu beobachten. Als es zu kalt wird gehe ich zurück ins Hostel und schlafe 21 Uhr ein. Der Tag war aufregend und der Jetlag hat mich noch im Griff. Hoffentlich werden die nächsten Tage besser.




Nicht den Mut verlieren, du schaffst es !!! 🍀
Hey, ist wie bei der Achterbahn, am Anfang ist es langsam und schrecklich, dann wirds schnell und ein Rausch! Packst das!