Schon mehr als 900 km Weg sind geschafft! Ich kann es kaum glauben. Es scheint mir, als wären wir erst gestern gestartet. Wir feiern unseren 1-monatigen Trailgeburtstag und halten Namenszeremonien ab. Vom schneebedeckten Berg steigen wir nach und nach Richtung Wüste ab. Unser naechstes Ziel ist Tehachapi, wo wir unseren naechsten Zerotag verbringen. Immer ein Highlight, sich für ein paar Stunden sauber zu fühlen. Zwischen Wrightwood und Tehachapi liegen 12 Tage und folgende Erlebnisse (Achtung – langer Beitrag):
Nachdem wir Wrightwood auf der Ladeflaeche eines Pickups verlassen und noch einige Hoehenmeter in den Wolken zuruecklegen, klingelt der Wecker am naechsten Tag um 3:30 Uhr. Pünktlich um 4:10 Uhr sehe ich eine Reihe Kopflampen aufleuchten. Ich hänge mich dran und gemeinsam stapfen wir Mount Baden Powell hinauf. Als der gesamte Weg mit Schnee bedeckt ist, folgen wir den Fußspuren, die sich steil den Berg hochziehen. Dank Mikrospikes geht es super voran. Leider etwas zu langsam, aber die Sonne versteckt sich sowieso noch hinter den Wolken. Fast pünktlich zum Sonnenaufgang haben wir es geschafft und strecken unsere Gesichter zur Sonne. Dazu gibt es Kaffee (extra dafür mitgenommen) und „Frühstück“ (=Gummibärchen, Powerriegel, Chips). Viele Fotos später gibt es die offiziellen Namenszeremonien für Rango, Eduardo und mich. Heute ist außerdem unser 1 monatiger Trailgeburtstag. Er hätte nicht besser gefeiert werden können! Der Weg verlaeuft danach auf einem Bergruecken. Immer Blick auf die tief haengenden Wolken. Die Aussichten beeindrucken mich und ich freue mich ueber die Sonne. Wir steigen heute ab und werden uns dann wieder ebenda befinden. Mit dem Abstieg wird die Stimmung wieder mystisch. Das ganze noch verstaerkt von den ausgedehnten verbrannten Gebieten. Es riecht staendig nach Gras und ich denke, Hidea ist irgendwie vor mir. Aber dann begreife ich, dass Poodledogbusch auch nach Gras riecht. Beruehren sollte man diese Pflanze nicht, denn sie loest Ausschlag, Blasen und schlimmstenfalls Atemnot. Immer dichter wird der Nebel. Eduardo laeuft einige Meter vor mir und dann kann ich ihn gar nicht mehr sehen, nur noch hoeren. Der Trail ist auf dem Weg zu unserem heutigen Zeltplatz wegen des Yellow Legged Frogs gesperrt und verlaeuft deswegen auf dem Highway. Dieser wiederrum ist wegen Schneeschaeden gesperrt uns so laufen wir mitten auf der Strasse. Der Asphalt ist hart fuer unsere Fuesse. Der endlose Abstieg noch haerter. Mein kleiner Zehnagel ueberlegt sich noch, ob er bei mir bleiben will oder sich verabschiedet. Bin gespannt. Meine Fuesse sind groesser geworden und ich brauche dringend neue Schuhe. Die letzten Kilometer sind nur noch Quaelerei. Meine Konzentration ist schlecht und natuerlich rutsche ich im Fluss aus und trete ins Wasser. Ich hoere Audionachrichten von Freunden und motivierende Musik und erreiche endlich das Camp. Schnell essen und dann ab ins Zelt.
























Am naechsten Tag lasse ich es langsam angehen und schlafe aus (bis 5:30 Uhr). Die Strecke ist angenehmen, ein leichtes Auf und Ab. An einer besonders schoenen Zeltstelle beschliesse ich zu bleiben. Meine Gruppe geht noch weiter. Als 5 Minuten Steppi auftaucht, weiss ich, dass es die richtige Entscheidung war. Ich habe heute noch gar nicht mit ihm gerechnet. Er war bei Freunden in LA und wollte dann irgendwann aufholen. Wir quatschen und essen zusammen. Die Aussicht ist prima und ich bin bereit fuer mein erstes Cowboy-Camping (nur Schlafsack auf der Luftmatraze – ohne Zelt). Als es dunkel und kalt wird, kuscheln wir uns in die Schlafsaecke. Ich bin skeptisch, ob es warm genug ist. Der Sternenhimmel ist wunderschoen und ich schlafe mit Blick in die Sterne und einer leichten Brise schnell ein.








Mit der Morgendaemmerung bin ich wach. Vom Schlafsack kann ich den Sonnenaufgang beobachten. Steppi tippe ich an, damit auch er den Sonnenaufgang sieht, aber er murrt nur und oeffnet fuer eine Sekunde ein Auge. Mein Gesicht ist geziert von vielen Mueckenstichen. Das linke Aufgenlid und meine Lippe sind von den Stichen geschwollen. Das ist wohl der Preis fuers Cowboy-Camping. Steppi ist gluecklich, weil er keinen einzigen Stich hat. Normalerweise ist er die Person, die am meisten gestochen wird. Ich habe ihm die ganzen Moskitos weggenommen. Der kurze Tag gestern (27km) tat gut. Ich habe viel Energie. Bis zur Mittagspause wandere ich mit Steppi. Die Zeit vergeht schnell und ich wandere etwas schneller, als normal. Bis zur Mittagspause schaffen wir schon 22km. Pause machen wir an einer Quelle, wo schon Rango und andere sitzen. Als ich mein Wasser auffuellen will, klappert es ploetzlich los und wir sehen die Schlange. Rango sitzt seit einer halben Stunde 2m von der Klapperschlange entfernt und bleibt gemuetlich sitzen. Weiter gehts und ploetzlich rennt jemand von hinten den Berg hinauf. Es ist Willi, der schweissueberstroemt kurz stehen bleibt. Wir freuen uns, ihn zu sehen. Die letzten Tage hat er relaxt und ist nur 20km gelaufen. Heute will er viele KM schaffen. Er muss weiter. Und weg ist er mit seinen 2m Schritten. Die letzten KM laufe ich alleine und quaele mich wieder. Ab 30km beginnt es in den Fuessen zu schmerzen und ich konzentriere mich schlecht und stolpere haeufig. Wieder Mal als Letzte komme ich am Camp an und checke, wieviele KM ich heute gelaufen bin. Ein neuer Rekord: 39KM! Ausserdem gibt es hier Trailmagic. Ein baertiger Mann der nahe liegenden Ranger Station bringt Bier, Cola und Snacks. Normalerweise baue ich mein Zelt auf, mache mich frisch und koche dann Abendessen. Heute lasse ich den Rucksack irgendwo fallen und geniesse mit den anderen die kuehlen Getraenke. Wir lachen bis uns die Baeuche wehtun. Rango erzaehlt seine Trailabenteuer immer ausserst lustig. Etwas angetuedelt schultere ich im Dunklen meinen Rucksack. Eduardo fuehrt mich zur Zeltstelle. Das Bier ist mir doch etwas zu Kopf gestiegen. Es hat heute das Abendessen ersetzt.












Als wir am naechsten Tag aufwachen und aus dem Zelt klettern, sehe ich nur Nebel. Alles ist nass und kalt. Steppi und Martin haben nachts um 2 doch noch ihr Zelt aufgebaut. Nur Rango ist beim Cowboy-Camping geblieben. Sein Schlafsack ist komplett nass. Er packt schnell zusammen und beginnt zu wandern um warm zu werden. Willis Check-In (Feature in unsere Karten-App) zeigt, dass er gestern insgesamt 65km gewandert ist. Trotz der Naesse bin ich wohlgestimmt, denn heute erreichen wir Agua Dulce. Hier koennen wir duschen, Waesche waschen und lecker essen. Der Weg im Nebel ist toll, auch wenn wir die wahrscheinlich tollen Aussichten entlang des Weges nicht geniessen koennen. Erster Zwischenstopp ist ein Campingplatz mit kleinem Laden. Hier gibt es Kaffee und ein Fruehstueck, das nicht aus zwei Mueslibars besteht. Wir treffen einige andere Wanderer und durchstoebern die Hikerbox. Ethan macht eine kleine Modenschau mit den gefundenen Kleidungsstuecken. Weiter geht es, inzwischen unterhalb der Wolkendecke durch eine Graslandschaft. Wir naehern uns den Vasqez Rocks, Drehort fuer einige Filme und Serien. Ich lasse mich zurueckfallen und gehe alleine weiter. Die Fuesse beginnen wieder zu schmerzen. In Agua Dulce habe ich neue Schuhe. Ich kann es kaum erwarten. Meine Sohle ist durchgelaufen und hat keine daempfende Wirkung mehr. Eine kurze Strecke geht es durch dichtes Gebuesch. Ich quetsche mich durch und halte ploetzlich an, als ich den Schlangenkopf sehe. Auch nach Fussstampfen und Klappern mit dem Stock bewegt sie sich keinen Zentimeter. Ich kann nicht genau erkennen, ob es eine Klapperschlange ist und auch nicht ausweichen. Selbst, wenn sie im Busch verschwindet, waere es mir nicht so wohl. Sehe ja dann auch nicht, wo sie ist. Ich schreibe Steppi, ob sie noch in der Naehe sind und dann kommen er, Clumsy und Daisy von der anderen Seite dazu. Sie haben nur einige Meter entfernt Pause gemacht. Es beruhigt mich, die anderen zu sehen. Steppi versucht die Schlange mit seinem Stock zu verscheuchen. Erst passiert nichts und dann zischt sie davon in den Busch. Ich renne foermlich aus dem Buschgang heraus und bin so erleichtert, dass die anderen da waren. Was fuer eine Aufregung. Nach der Pause durchqueren wir den Tunnel unter dem Highway und werden auf der anderen Seite in einem Steinwunderland ausgespuckt. Rote Steinformationen saeumen den Weg. Die Strecke ist sehr interessant, aber ich bin sehr auf meine Fussschmerzen konzentriert und will einfach nur ankommen. Nach weiteren zaehen Kilometern erreichen wir die Oasis. Ein extra fuer Wanderer eingerichteter Campingplatz auf einem Privatgrundstueck. Es ist sehr voll. Viele bekannte Gesichter tummeln sich. Willi ist auch schon da. Wir duschen, waschen Waesche und ich bekomme die neuen Schuhe! Was fuer ein Unterschied. Meine Sohlen der alten Schuhe sind mehrere Millimeter duenner. Die Schuhe sind sehr gross. Hoffentlich nicht gross. Ich habe sie 1,5 Nummern zu gross bestellt, denn meine Fuesse sind gewachsen. Aber ich habe wieder das Gefuehl, ich laufe auf Wolken. Damit geben die Fuesse dann hoffentlich Ruhe. Abends gehen wir zum Mexikaner und goennen uns einen Margarita und fettiges Essen. Der Abend klingt bei Kartenspiel und Wein aus.
































Nach einem Fruehstueck mit noch mehr fettigem Essen, packen wir ein und laufen weiter. Vorher muessen wir aber noch die Waage ausprobieren. Trotz des ungesunden Essens habe ich 3kg abgenommen. Eduardo sogar 11kg! Am Ende des Trails werde ich duenn sein! Ich laufe schon eher los und erwische leider die heisseste Tageszeit fuer den 700 Hoehenmeter-Aufstieg. Der Schweiss tropft nur so und ich muss mir mein Wasser einteilen. Habe nicht genug mitgenommen. Es reicht gerade so bis zur Wasserquelle, an der ich unter den Fliegenattacken viel Wasser filtere. Zum Sonnenuntergang erreiche ich die Zeltstelle. Nach und nach kommen die anderen. Fuer Steppis Mama drehen wir ein kleines Geburtstagsvideo und lassen im Dunklen unsere Kocher leuchten. Dabei fangen fast Apollos Haare Feuer. Wir fuellen unsere Gaskanister mit einem kleinen Adapter von Max nach und manchmal machen die Kocher dann komische Sachen (z.B. ploetzlich eine grosse Flamme rauslassen…).













Wegen der Hizte geht es am kommenden Tag schon 4:30 Uhr los. Ausserdem gibt es Geruechte ueber einen sehr leckeren Taco-Imbiss an einer Tankstelle in Green Valley. Dort waere eine kleine Pause ganz schoen. Also wandern wir ohne grossartige Pausen die 22km bis zur Strasse und erreichen diese gegen 12 Uhr. Steppi sehe ich beim Abstieg. Er bekommt innerhalb von 5 Minuten einen Hitch. Als wir ankommen, stehen wir (3 Maedels) 30 Minuten rum bis uns jemand mitnimmt. Eigentlich dachte ich, dass es als Frau leichter ist, eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen. Frosty nimmt uns mit und erzaehlt viele Male die selben Geschichten. Amerikaner lieben es wirklich, zu reden. An der Tankstelle heftet sich mein Blick auf den Taco-Stand. Ich bestelle Quesadilla und Tacos und setze mich zu Steppi in den Schatten. Es schmeckt himmlisch! Alle sind vom Geschmack entzueckt. Wir bekommen auch einige frittierte Kartoffeltacos (WOOOOOOOW! Unfassbar lecker) fuer umsonst. Gegen 4 ist die groesste Hitze vorbei und es ist Zeit, den restlichen Aufstieg anzugehen. Die letzten Kilometer geht es bei schoenem Sonnenuntergangslicht bergab und ich renne foermlich zur Musik von Queen.











Am naechsten Tag habe ich den Blues und wenig Energie. Komischerweise geht es jedem so und wir schleppen uns etwas dahin. Der Weg fuehrt wieder durch ausgedehnte verbrannte Gebiete. Man muss richtig aufpassen, denn es gibt so viel Poodledogbusch hier. An manchen Stellen muss man seine Stoecke zur Hilfe nehmen und die Pflanzen wegdruecken. 2x komme ich damit in Beruehrung und wasche die Stellen schnell ab. Hoffentlich passiert nichts. Die Symptome treten nach 1 bis 7 Tagen auf… Ich wandere wieder mit Steppi. Dadurch vergeht die Zeit ganz gut. Mittags legen wir uns unter einen Baum und schlafen tief ein. Der Schlaf war erholsam. Wir sind aufgeregt, weil wir bald den 500 Meilen Marker erreichen! Wir laufen zuegig und hoeren laut Musik (Mountain Song) als wir nah sind. Und dann ist es geschafft! Wir tanzen um das Zeichen und gratulieren uns. Nach vielen Fotos und weiteren Videos geht es durch eine komplett andere Landschaft aus weitlaeufigen Graslandschaften mit perfekten Baeumen weiter bis zu einer Zeltstelle. Die anderen sind schon da. Es gibt hier sogar einen Tisch! Welch Luxus. Ich bin ganz schoen fertig und esse nur schnell einen Wrap. Keine Energie zum Kochen.















Auch der naechste Tag haelt etwas Besonderes bereit: Wir erreichen Hikertown (ein Icon des PCT, Privatgrundstueck mit kleinen Huetten, die eine Westernstadt nachahmen). Es gibt Duschen, Eimer zum Waesche waschen und natuerlich Coca Cola! Nach und nach sammeln sich viele Wanderer und entspannen bei Cola und Bier. Wir bleiben bis 20 Uhr und brechen dann zum LA Aqueduct zu unserer Nachtwanderung auf. Das Aqueduct versorgt LA mit Wasser. Zuerst offen, dann in einem dicken Rohr. Die Strecke ist sehr langweilig und fuehrt durch die heisse Wuesste. Deswegen gehen viele den Weg bei Nacht. Ausgestattet mit Knicklichtern, Musik und den Bauch voller Bier und Cola geht es los. Alle sind etwas aufgedreht. Wir tanzen und singen und kommen gut voran. Gegen Mitternacht schmerzen meine Fuesse wieder extrem. Ich laufe mit Willi, der sich ganz schoen abbremsen muss, um mit mir zu laufen. Und dass, obwohl ich schon etwas schneller als normal laufe… Ich zeige ihm, wie mein gemuetliches Schritttempo waere und er macht Zeitlupenschritte, um dieses Tempo zu halten. Trotz Schmerzen bleibt mir nichts anderes uebrig als bei der Gruppe zu bleiben. In dieser Gegend will ich ungern alleine schlafen. Ich kaempfe mich voran und irgendwann kann mich auch Willi nicht mehr ablenken. Ich weiss nicht genau, was der Plan ist, wie weit wir gehen wollen. Als ploeztlich jemand sagt: „Noch 0.2 Meilen bis Oliviers Schlafplatz.“ bin ich erleichtert. Ich werde definitiv hier schlafen. Einige weitere bleiben auch hier. Es ist schon nach Mitternacht und wir entscheiden uns fuer ein Cowboy-Camp. Der Grossteil der Gruppe will noch 10km weiter. Die sind wahnsinnig. Ich kuschle mich in den Schlafsack und beobachte Sternenhimmel und Sternschnuppen. So magisch! Diesmal ohne Moskitos und mit Brille (kann ich bessser Sterne sehen).























Der naechste Abschnitt bis Tehachapi ist gepraegt von Windfarmen. Die Landschaft ist also nicht so spannend. Wir durchqueren die Mojave-Wueste. Gluecklicherweise kuehlt der andauernde Wind ganz gut. Ich wandere morgens mit Rob (starre die ganze Zeit auf die Tomaten-Nachos, die aussen an seinem Rucksack befestigt sind und extrem lecker sind). An einer Wasserquelle machen wir Pause und putzen Zaehne. Dann taucht ein Kopf aus. Wir sehen Willi und Steppi. Sie sind gerade erwacht. Sie sehen etwas zerstoert aus. Willi goennt sich 9 Uhr morgens ein Bier (waere wohl zu schwer, es weiter mitzutragen…). Sie erzaehlen, dass sie erst 4 Uhr morgens angekommen sind. Um diese Zeit sind wir schon aufgestanden. Alle sehen leicht zerstoert aus. Nach einer Weile lasse ich mich zurueckfallen. Es war etwas social overflow die letzten Tage. Und ich habe immernoch einen kleinen Blues. Mit motivierender Musik geht es gut voran. Die Pause verbringe ich abseits von den anderen und steige nach der groessten Hitze auf. Mein Fuss schmerzt leider auch mit den neuen Schuhen ab KM 25. Die letzten 10km sind Quaelerei. Gluecklicherweise geht es 800hm bergauf. Durch das langsame Wandern ist es auszuhalten. Trotzdem bin ich sehr besorgt, ob sich aus den Schmerzen am Tagesende nicht etwas Dauerhafteres entwickelt und ich laenger aussetzen muss. Max baut mich am Tagesende etwas auf und ich krieche ins Zelt. Ich werde am naechsten Tag ohne Wecker schlafen und meinem Koerper etwas Ruhe goennen. Bis zur Stadt sind es 27km. Dann gibt es einen vollen Tag Pause.















Als ich aufwache, sind schon alle Weg. Ich mache mich langsam auf den Weg und wandere bewusst. Alle 5km ziehe ich die Schuhe aus und lasse die Fuesse etwas atmen. Damit komme ich gut voran. Ich bin ueberrascht, dass ich keine Schmerzen habe. Wieder fuehrt der Weg durch eine Windfarm. Ich treffe Max, Husband, DooDoo und wir laufen etwas zusammen. An einer Wasserstelle hoere ich viele Stimmen und treffe auf Steppi, Willi und dem anderen Max. Es ist schoen sie zu sehen, denn sie werden den Trail fuer 2 Tage verlassen. Die Verabschiedung ist fuer die kurze Zeit eigentlich nicht gerechtfertigt, aber hier entwickeln sich doch familienaehnliche Zustaende. Mit Aussicht auf die Stadt geht es die naechsten Kilometer gut und ohne Schmerzen voran. Dann ist auch schon der Highway in Sicht. Als ich ihn ueberquere, winke ich den LKW zu und freue mich wie ein kleines Kind, als die droehnende Hupe ertoent. Clumsy, Apollo, Max und Rob sitzen unter den Sonnenschirmen schon seit einer Weile hier. Der Bus ist nicht gekommen und sie haben einen Trailangel angerufen. Ich komme zur perfekten Zeit, denn die Fahrt zur Stadt ist organisiert und ich muss nicht ewig in der Sonne warten.








Die Stadt geniessen wir wieder in vollen Zuegen (duschen, Waesche waschen – SAUBERKEIT!!!, Essen, Essen, Essen, Kino, Essen). Der suedliche Teil von Kalifornien ist fast beendet. Nun kommt der Teil, an dem wir ueberlegen muessen, wie es weitergeht. Es ist ein Rekord-Schneejahr und fast unmoeglich durch die High Sierras zu gehen. Leute mit Bergerfahrung schaffen es zwar, aber die Berichte klingen nicht so, als ob ich das geniessen wuerde. 2 Uhr nachts aufstehen, im Dunkeln Paesse erklimmen, wenn der Schnee noch hart ist, durch reissende Fluesse gehen (und durch einen schwimmen – der Rucksack auf der Luftmatraze) bei eissigen Temperaturen, staendig den Weg finden… Wahrscheinlich werde ich die Sierra ueberspringen und dann spaeter nachholen. Ich will die Landschaft geniessen und sehen. Aber ein fader Beigeschmack bleibt. Idealerweise geht es von Sued nach Nord in einem Rutsch durch. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.









Nun sind die Finger wund und ihr wahrscheinlich schon eingeschlafen 🙂 12 Tage Blogbeitrag sind zu lang. Werde versuchen, wieder kuerzere Abschnitte zu schreiben. Als naechstes erreichen wir Kennedy Meadows – das suedliche Ende der Sierras. Wir haben noch einige Meilen bis dahin und werden diese auch geniessen. Und danach kucken wir mal. Habt alle eine schoene Woche und geniesst das Sommerwetter. Druecklis aus der Wueste.